Der Lauf der Zeit.

  1. · 2020
  2. · 2019
  3. · 2018
  4. · 2017
  5. · 2016
  6. · 2015
  7. · 2014
  8. · 2013
  9. · 2012
  10. · 2011
  11. · 2010
  12. · 2009
  13. · 2008
  14. · 2007
  15. · 2006
  16. · 2005
  17. · 2004
  18. · 2003
Jahrgang 2020 - Wer hätte zu Beginn des Jahres gedacht, dass es so anders für uns Menschen werden würde?! Für unsere Weinreben hingegen, war es kein besonderes Jahr! Sie wussten gar nicht, dass wir Menschen mit Ausgangsbeschränkungen, Reise- und Einreiseverboten und Kontaktbeschränkungen klarkommen mussten. Nach einem milden Winter, begann das Jahr mit einer relativ normalen Witterung. Die Temperaturen im April stiegen dann auf frühsommerliche Werte und führten zu einem Austrieb der Reben Mitte April. Die Temperaturen blieben weiter um die 25 ° Grad was zu einem schnellen Wachstum der Reben führte. Der wieder einmal wenige Regen machte uns die Entscheidung, Frostrute wegschneiden oder doch noch dran lassen nicht leicht. Zum Glück, hat unser Bauchgefühl sich mal wieder bestätigt und die noch stehenden Frostruten wurden nach der Frostnacht am 12. Mai noch heruntergebunden und sicherte uns eine doch noch zufriedenstellende Ernte 2020. Doch das sollte nicht die einzige Unberechenbarkeit der Natur im Jahr 2020 sein. Wie auch in den letzten Jahren, war der Wassermangel wieder ein zentrales Thema. Und obwohl das Frühjahr und der Sommer gefühlt, nicht so schön und heiß wie die beiden Jahre zuvor gewesen ist, fehlte das Wasser wieder überall. Mit nur 190 mm Niederschlag in den Monaten April - August, litten die Reben wieder unter dem trockenen Frühjahr und Sommer und wir packten im Juli wieder unsere Wassertanks zum Wasser transportieren und unsere Beregnungsrohre aus. Vor allem die hohen Temperaturen von über 30° Grad Celsius Anfang August waren für die Reben eine Herausforderung. Die Weinlese startete genau wie im Jahr zuvor am 12. September mit der Frühsorte Bacchus! Und dann ging es wieder turbomäßig weiter, innerhalb von 3 Wochen hatten wir 90 % unserer Weinberge geerntet und im Keller eingelagert! Dann kam die Feuchtigkeit und wir mussten die Tage an denen wir unsere Trauben ernten konnten nach dem Wetter ausrichten. Wir haben gekämpft dieses Jahr! Mit den Herausforderungen die uns die Natur gestellt hat, haben wir gelernt umzugehen, und konnten mit Erfahrung, Herzblut und Kampfgeist fast jede Herausforderung meistern. Was durch eine Pandemie an zusätzlichen, Aufgabenstellungen und Problemen auf uns Winzer zukam, hat uns allerdings an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit gebracht. Was unsere Mitarbeiter mit uns zusammen in diesem Jahr geleistet haben, war ein enormer Kraftakt, den wir, wie wir glauben, gut gemeistert haben. Was da letztendlich in unserem Weinkeller reift, ist das Ergebnis ein Jahr wie dieses mit allen Herausforderungen zu bewältigen, und am Ende eben nicht am Wein zu merken, wie schwierig das Weinjahr für uns war. Die Jungweine sind von einer schmeichelnden Eleganz geprägt. Die typischen Merkmale der einzelnen Rebsorten konnten wir bis zur Perfektion herausarbeiten. Die Säurestruktur der Weine stimmt auf den Punkt, durch die gute Versorgung der Reben mit Wasser zum notwendigen Zeitpunkt. Wir freuen uns auf Weine, die das Jahr 2020 nicht nur wegen Covid-19 in die Geschichte eingehen lassen, sondern auch wegen unserer Weine die im Jahr 2020 gewachsen sind.